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Erst Mitte des 16. Jahrhunderts fand die Kartoffel Ihren Weg über Spanien und England nach Europa. Etwa 1565 erhielt der spanische König Philipp II. eine Kiste mit indianischen Produkten, in der sich auch einige Kartoffelknollen befanden. Den Weg in den Kochtopf fand Sie allerdings erst einmal über die Ziergärten diverser europäischen Höfe. Die Kartoffel wurde tatsächlich weniger wegen ihres Geschmackes und Ihrer gesunden Vitamine und Mineralstoffe wegen, sondern wegen ihrer schönen Blüten bewundert. Vielleicht ist es ja der Erfahrung der spanischen Seefahrer zu verdanken die erkannten, dass die Kartoffelknollen, die auf langen Seereisen oft auftretende Krankheiten wie Skorbut verhindern konnten, Ihren Weg und schließlich auch Siegeszug beschreiten konnten. So genau was man das heutzutage leider nicht.


Der Fakt, dass die Kartoffel in Deutschland zum Volksnahrungsmittel wurde, ist erstaunlich und verwunderlich, wenn man bedenkt, wie groß die Widerstände und die Abneigung der Bevölkerung gegenüber der Kartoffel waren. Zu verdanken ist diese Entwicklung Friedrich II. von Preußen. Er erkannte die politische Bedeutung der Kartoffel. In einer Zeit mit stark wachsender Bevölkerungszahl und immer wiederkehrenden Hungersnöten durch Missernten der Getreideernte war die Ernährung der Bevölkerung svhwierig und politisch relevant geworden. Doch die Bevölkerung stand der Kartoffel immer noch sehr skeptisch gegenüber. Das Ansehen der Kartoffel stieg erst, als Friedrich II. zu einem ungewöhnlichen, aber effektstarken und wirkungsvollen Mittel griff. Er ließ die Kartoffeln durch Soldaten bewachen um Ihren Wert zu unterstreichen. So vermutete die preußische Bevölkerung, dass die Knolle wohl etwas Besonderes sein musste.